Seefracht-Offerte LCL oder FCL: die Gesamtkosten lesen, nicht nur die Fracht

Die Seefracht ist nur ein Teil der Kosten einer Containersendung. Dieser Leitfaden listet die Positionen auf, die eine Offerte klären sollte, um zwischen Sammelcontainer (LCL) und Vollcontainer (FCL) fundiert zu entscheiden.

Herausgegeben von COGES SA · Inhaltlich überarbeitet:

LCL und FCL: was sich in der Berechnung ändert

Bei LCL reist die Ware in einem geteilten Container; berechnet wird nach tatsächlich belegtem Raum oder Gewicht, zuzüglich Kosten für Konsolidierung und Dekonsolidierung im Lager. Bei FCL mietet man den ganzen Container, unabhängig vom Füllgrad.

Es gibt keine allgemeingültige Volumenschwelle, ab der FCL günstiger ist: Das hängt von Strecke, Marktlage, Nebenkosten und Ware ab. Zuverlässig ist nur, beide Varianten für dieselbe Sendung anzufragen und die Summe zu vergleichen.

LCL-Frachtkosten berechnen: Angaben zu Gewicht und Volumen

Geben Sie Bruttogewicht und Aussenmasse jedes Packstücks einschliesslich Verpackung und Paletten an. Das geometrische Volumen in m³ ergibt sich aus Länge × Breite × Höhe in Metern; addieren Sie die Volumen aller Packstücke. Geben Sie auch die Stapelbarkeit an: Das Volumen allein beschreibt den Platzbedarf nicht immer vollständig.

Volumen ist kein Preis. Fragen Sie bei der LCL-Offerte nach der Gewichts-/Volumenbasis sowie Einheiten, Mindestansätzen und Rundungen. Strassenfracht-Faktoren und -Tarife eignen sich nicht zur Berechnung von Seefrachtkosten. Nennen Sie für FCL den gewünschten Containertyp oder lassen Sie ihn anhand von Abmessungen und Ladungsgewicht prüfen.

Ein- und ausgeschlossene Leistungen: vergleichbare Offerten

Verlangen Sie eine schriftliche Aufstellung der enthaltenen, ausgeschlossenen und noch zu bestätigenden Positionen sowie Währung und Gültigkeit der Offerte. Nennen Sie die Incoterms-Regel mit benanntem Ort und Ausgabe sowie den gewünschten Umfang Hafen-Hafen oder Tür zu Tür: Unterschiedliche Zuständigkeiten und Teilstrecken sind nicht direkt vergleichbar.

Prüfen Sie Reedereizuschläge, mögliche Zollkontrollen, Lagerkosten, Freizeiten und Kosten nach deren Ablauf. Klären Sie, wer welche Position bezahlt und welche Ereignisse die Gesamtsumme verändern können; nicht aufgeführte Leistungen gelten nicht automatisch als enthalten.

Kosten am Ursprung und am Bestimmungsort

Neben der Fracht Hafen-Hafen sollte eine vollständige Offerte enthalten: Abholung beim Lieferanten, Handling am Terminal oder im Konsolidierungslager bei Abgang, Verschiffungsdokumente sowie am Ziel Terminal-Handling, Dokumentenfreigabe, allfällige Dekonsolidierung und Nachlauf bis zur Endadresse.

Einige Positionen werden von Reedereien oder Terminals verrechnet und können schwanken. Verlangen Sie, dass fix offerierte Positionen von geschätzten oder zum Selbstkostenpreis weiterverrechneten unterschieden werden.

Zoll, Abgaben und Versicherung

Zollformalitäten bei Aus- und Einfuhr haben Dienstleistungskosten, die von Zöllen und Einfuhrsteuer zu unterscheiden sind; diese hängen von Tarifierung, Ursprung und Warenwert ab und werden fallweise geprüft. Kommt die Ware in einem EU-Hafen an und ist für die Schweiz bestimmt, ist auch ein allfälliges Versandverfahren zu berücksichtigen.

Eine Warenversicherung ist nicht automatisch in der Fracht enthalten. Die Haftung des Seefrachtführers ist begrenzt: Prüfen Sie eine separate Deckung je nach Warenwert und vereinbarter Incoterms-Regel.

Freizeiten, Standgeld und Zeiten: Kosten, die später kommen

Bei FCL gewähren Reedereien und Terminals eine begrenzte Anzahl freier Tage für Containernutzung und Hafenlagerung. Danach fallen Demurrage-, Detention- oder Lagerkosten an. Unvollständige Dokumente oder verzögerte Verzollung sind die häufigste Ursache.

Fragen Sie, wie viele Freitage für Ihre Sendung gelten, und bereiten Sie die Einfuhrdokumente vor Ankunft des Schiffes vor. Angegebene Transitzeiten sind Richtwerte und hängen von Reedereien und Häfen ab.

So fragen Sie eine brauchbare Seefracht-Offerte an

Geben Sie Ursprungshafen oder -ort und Lieferadresse an, Incoterm, Anzahl und Masse der Packstücke, Bruttogewicht, Stapelbarkeit, Warenart (inkl. Gefahrgut), Bereitstellungsdatum und ob Sie LCL, FCL oder beides wünschen.

Seefrachtsendungen lassen sich nicht mit dem Strassentarif-Rechner der Website schätzen: Nutzen Sie das Anfrageformular, damit die Offerte für Ihre tatsächliche Strecke erstellt wird.

Quellen und Referenzen

Häufige Fragen

Ab welchem Volumen lohnt sich FCL statt LCL?

Es gibt keine allgemeingültige Schwelle. Das hängt von Strecke, Markt und Nebenkosten ab: Fragen Sie beide Varianten für dieselbe Sendung an und vergleichen Sie die Gesamtkosten Tür zu Tür.

Enthält die Seefracht auch Zoll und Zustellung?

Nicht unbedingt. Die Fracht deckt in der Regel Hafen-Hafen; Handling, Zoll, Abgaben und Nachlauf sollten als separate Positionen ausgewiesen sein.

Was sind Demurrage und Detention?

Kosten, die anfallen, wenn der Container länger als die gewährten Freitage im Hafen oder beim Empfänger bleibt. Sie lassen sich durch frühzeitige Dokumente und Verzollung begrenzen.

Informativer Leitfaden: keine Rechts- oder Steuerberatung. Anforderungen, Kosten und Zeiten sind pro Sendung zu prüfen.

Haben Sie eine konkrete Sendung zu prüfen?

Senden Sie uns die Sendungsdaten: Wir erstellen eine Offerte mit klar ausgewiesenen inkludierten und ausgeschlossenen Positionen.

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